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Ausbildung

„Braucht ein begabter Mensch eine Schauspielausbildung?”

Diese Frage pflegte Konstantin Stanislawski, einer der wichtigsten Theatermacher und Theaterlehrer der Neuzeit mit einer Gegenfrage zu beantworten: „Braucht ein intelligentes Kind die Schule?“

Es ist wahr, eine Ausbildung kann niemandem Talent beibringen, aber sie kann Bedingungen schaffen, in denen natürliches, schöpferisches Potenzial und schauspielerische Gabe wachsen und gedeihen können. Die Schauspielkunst ist von allen Künsten die Schwierigste, denn der Schauspieler ist Künstler und Kunstwerk zugleich. Er hat weder Farbe noch Leinwand, weder Steine noch Holz, noch andere Materialien zur Verfügung. Er hat nur sich. Seine Sensibilität, sein Einfühlungsvermögen, seine Fantasie, seine Erfahrungen, sein Wissen, seinen Körper und seine Stimme.

Er bringt sich ein mit allem, was er hat:
Je größer seine emotionale Kompetenz, desto nuancierter sein Spiel.
Je stärker seine Persönlichkeit, desto stärker seine Ausstrahlung.
Und je feiner seine Werkzeuge (Körper und Stimme), desto ausdrucksvoller sein Handeln.

Die Fähigkeit zu sehen und hinzusehen, zu hören und hinzuhören, das Können, auf der Bühne mitzudenken, sich von seinem Partner jedes Mal aufs neue überraschen zu lassen. All das sind Fertigkeiten und Fähigkeiten, die eine detaillierte Arbeit verlangen und nicht zuletzt Ausdauer, Kontinuität, Selbstdisziplin und vor allem Geduld.

Denn es handelt sich hier um einen natürlichen Prozess. Auf diesem Weg sind „Abkürzungen“ ein Trugbild. Jede übersprungene Stufe auf der Treppe hinauf zur Schauspielkunst zwingt einen früher oder später zur Rückkehr.

Wie Konstantin Stanislawski in diesem Zusammenhang schon sagte:

„Man kann einen jungen Baum nicht zum Wachsen bringen, indem man ihn an den Zweigen zieht.”